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Presseclub

Diskussion, Zeitgeschehen • 23.02.2026 • 01:52 - 02:35
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Moderatorin Ellen Ehni
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Moderatorin Ellen Ehni
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Moderator Jörg Schönenborn
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Originaltitel
Presseclub
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Diskussion, Zeitgeschehen
Australien hat es vorgemacht, jetzt will die SPD nachziehen und auch die CDU sympathisiert mit einem Mindestalter für Social Media. Niemand unter 16 Jahren solle noch ungehindert Instagram, TikTok oder Facebook nutzen dürfen. Das Argument: Die Plattformen können süchtig machen und behindern die gesunde Entwicklung junger Menschen. Eine Studie der DAK belegt das. Ist ein Verbot der richtige Weg? Schließlich sind Soziale Medien für viele junge Menschen eine wichtige Informationsquelle und ein Ort zum Austausch mit Gleichgesinnten. Oder müssten nicht stattdessen viel mehr die großen Tech-Konzerne in Haftung genommen werden für das, was dort publiziert wird? Und was ist mit den Erwachsenen: Wie schützt man die vor Desinformation und Manipulation im Netz? Die EU hat im sogenannten Digital Service Act geregelt, was die digitalen Plattformen dürfen und was nicht. Das Gesetz stellt Jugendliche unter besonderen Schutz, soll aber gleichzeitig die Tech-Konzerne dazu verpflichten, generell gegen Hetze, rechte Einflüsterer und Falschinformationen im Netz vorzugehen. Das ist aber voll davon. Die Plattformen wehren sich vehement gegen jede Regulierung, weil sie um ihr Milliardengeschäft fürchten. Bisher ist die Kommission sehr vorsichtig mit Strafen. Nicht verwunderlich, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass die Trump- Administration nicht nur mit einem Handelskrieg gegen Europa gedroht hat, sondern sogar mit einem Austritt aus der NATO, sollte Europa die Konzerne schärfer regulieren. Überraschenderweise hat der Supreme Court die globalen Zölle von Donald Trump am Freitag für nicht rechtens erklärt - wird diese Entscheidung das Zögern in Brüssel beenden? Wie gefährlich sind die sozialen Netzwerke für unsere Demokratie und welche Möglichkeiten gibt es, sich aus der Abhängigkeit der großen Tech-Konzerne in den USA und China zu lösen? Darüber diskutiert Susan Link mit ihren Gästen: Gavin Karlmeier arbeitet seit 2018 freiberuflich als Journalist und Digitalberater. Davor hatte er beim Radiosender 1LIVE alles dafür getan, damit man nicht mehr "Radiosender 1LIVE" sagt. Mittlerweile hält er Vorträge, entwickelt Formate und berät Unternehmen und Medienhäuser. Er berichtet über die Entwicklungen im digitalen Raum mit den Schwerpunkten Internetkultur und gesellschaftlich-politische Einflüsse. Dazu hostet er seit 2022 den dreimal wöchentlich erscheinenden Podcast "Haken dran" (erscheint im heise-Verlag). Jakob Hanke Vela leitet seit Januar 2025 das Brüsseler Büro des Handelsblatts. Er war zuvor Autor des Newsletters Brussels Playbook bei Politico. Während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Humboldt-Universität arbeitete er bei der Deutschen Welle. Katharina Nocun ist Publizistin und Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit dem Spannungsfeld Digitalisierung und Demokratie auseinander. Ihr Podcast Denkangebot war 2020 für den Grimme Online Award nominiert. Ihr erstes Buch "Die Daten, die ich rief" (2018) behandelt das Thema Digitalisierung und Demokratie. 2020 folgte der Bestseller "Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen", 2021 "True Facts - Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft" und 2022 "Gefährlicher Glaube - Die radikale Gedankenwelt der Esoterik" (gemeinsam mit Pia Lamberty). Für ihre publizistische Tätigkeit wurde Nocun 2017 mit dem Marburger Leuchtfeuer und 2023 mit dem Madsack Award ausgezeichnet. Laura Hertreiter ist seit 2024 Feuilletonchefin der ZEIT in Hamburg. Zuvor hat sie vier Jahre lang das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung geleitet, davor die Medienseite. Ausgebildet wurde sie an der Deutschen Journalistenschule in München, erste Stationen waren bei der Deutschen Presseagentur und als Gesellschaftsreporterin bei der Süddeutschen Zeitung. Sie ist 1984 in Bayern geboren.